„Sei du selbst,
alle anderen
sind schon vergeben“

Oscar Wilde

„Sei du selbst, alle anderen sind schon vergeben“

Oscar Wilde

Wenn Angst und Panik uns im Griff haben

von Claudia Stadler

Als Volksleiden Nummer 1 in Europa gelten Angsterkrankungen. Bereits vor 2018 litten laut dem deutschen Ärzteblatt (2018/115: 611-20) europaweit rund 61 Millionen Menschen im Alter von 14 bis 65 Jahren unter behandlungsbedürftigen Angsterkrankungen. Frauen erkrankten dabei 2-3 mal so häufig als Männer. Die meisten Erkrankungen beginnen im Jugendalter und im frühen Erwachsenenalter. Christoph Correll, Direktor der psychiatrischen Klinik für Kinder und Jugendliche der Charité Berlin, beobachtete als Pandemiefolge einen rasanten Zuwachs der Angsterkrankungen vor allem im Kinder- und Jugendbereich (Tagesspiegel vom 10.06.2022), so dass die Quote aktuell durchaus höher sein dürfte. Die DAK-Versicherung verzeichnet in ihrer Studie aus 2021 einen Rekordzuwachs um 41 Prozent innerhalb von 10 Jahren: Von 100 Versicherten kamen im letzten Jahr rund 276 Fehltage wegen Angststörungen, Anpassungsstörungen oder Depression.

Angst als Freund oder Feind?

Dabei ist Angst ursprünglich ein natürlicher und guter Regulationsmechanismus, der jedem Menschen angeboren ist. Ohne Angst würden wir keine sozialen Entwicklungsschritte machen, uns in Gefahr bringen oder auch unsere Kraft und Grenzen ständig überschätzen.

Behandlungsbedürftig sind Angst und Panik dann, wenn sie ohne konkreten Anlass auftreten, sich auf alltägliche Situationen und Gegenstände beziehen und letztendlich eine Angst vor der unbeherrschbaren Angstattacke aufkommt. Das führt oft zum Rückzug aus dem Sozialleben oder dem Vermeiden bestimmter Situationen, begleitet von körperlichen Beschwerden wie Herzrasen, Atemnot, Schmerzen oder Schwitzen. Dazu kennen Betroffene das Gefühl der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins. Halten die Beschwerden jahrelang an, kann es beispielsweise zu weiteren psychischen Erkrankungen wie (aggressiven) Zwangshandlungen, Süchten, Essstörungen oder mittelfristig auch wiederkehrenden Depressionen kommen. Spannend auch die zitierte Studie im Ärzteblatt, wonach chronische Angstpatienten, die zusätzlich an einer Krebserkrankung erkranken, ein signifikant höheres Sterberisiko haben.

Ein Weg aus der Angstspirale über Hypnotherapie

Neben den schulmedizinischen und verhaltenstherapeutischen Ansätzen lohnt sich in der Behandlung derartiger Erkrankungen der Blick auf die Autosystemhypnose. Denn hier geht es darum, den Ursprung eines Symptoms ergründen und dann die zugehörige Emotion zu entschlüsseln und zu verarbeiten. Angsterkrankungen entstehen bei jedem Klienten anders, meist aus mehreren Faktoren heraus im Lebensverlauf oder manchmal auch bereits als Erbe angelegt im Genpool. Daher gilt es, diese individuellen Verknüpfungen zu finden und zu verarbeiten. Gelingt diese neuronale Neuvernetzung im Gehirn, kann die natürliche Selbstregulation besser greifen, so dass eine Angst-Muster-Unterbrechung wieder möglich wird und der Weg für ein Leben ohne irrationale Ängste wieder offen steht.

Schmerzmanagement mit Hypnose

Schmerzbewältigung ist eines der ältesten Anwendungsgebiete für die Hypnose (ursprünglich: Heilschlaf). Durch die Erfindung von Medikamenten trat der Einsatz ab dem 19. Jahrhundert etwas in den Hintergrund.

Dabei ist Schmerzempfinden – ähnlich wie Angst – zunächst ein natürlicher Mechanismus, der uns hilft, akute Gefahren einzuordnen und uns selbst bestmöglich zu schützen vor Verletzung und Unheil.

Viele Faktoren beeinflussen unser Schmerzempfinden

Aus verschiedenen Gründen kann es vorkommen, dass unser Schmerzgedächtnis sich verändert im Laufe eines Lebens. Zum einen können echte, körperliche Ursachen über einen längeren Zeitraum Schmerzempfinden prägen. Zum anderen gibt es Umweltfaktoren sowie psychische Faktoren, die ebenfalls im Gehirn unser Schmerzempfinden verändern. Nicht zuletzt bestimmt auch immer unser Genpool und die erlernten Verhaltensmuster, wie resilient wir mit Schmerz umgehen.

Oft empfohlen werden multimodale Schmerztherapiekonzepte mit Entspannungstechniken, Bewegung, Verhaltenstherapie und manchmal auch kreativen Therapieansätzen sowie einer passenden Medikation.

Raus aus der Schmerzspirale

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass diese Ansätze ein guter Impuls sind, jedoch bei komplexeren und vor allem jahrelang bestehenden Unfallfolgen, Traumen und körperlichen sowie psychischen Belastungen nicht ausreichen.

Die hypnotherapeutische Schmerzkontrolle aus der Autosystemhypnose war für mich persönlich der Durchbruch aus einem Teufelskreis des nicht normalen Alltags eines Schmerzpatienten. Denn die Ursache für meine Beschwerden waren ein Unfalltrauma sowie echte, körperliche Folgen daraus über Jahre. Durch die individuelle Verarbeitung der Rest-Emotionen aus dem Unfallerlebnis war für mich persönlich der Weg offen für die Regeneration von Körperstrukturen sowie für eine bessere Schmerzkontrolle im Alltag.

Quellen

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